Kompaktkurs Einführung in die Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen und deren Bezugspersonen

Donnerstag, 04. Oktober 2018 bis Samstag, 06. Oktober 2018 16:00 - 16:00

Donnerstag     15:00 - 19:00 Uhr
Freitag           09:00 - 17:30 Uhr
Samstag         09:00 - 16:30 Uhr

Dozenten: Leokadia Brüderl

 

Lerninhalt/Lernziel:
Auf der Basis der Schematherapie (ST) nach Jeffrey Young entwickelten Christof Loose und Peter Graaf mit Gerhard Zarbock ein Konzept für die schematherapeutische Behandlung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern. Es gelang ihnen, den nachhaltigen Nutzen von schematherapeutischem Denken und Handeln im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie als wertvolle Ergänzung verhaltenstherapeutischen Vorgehens herauszuarbeiten.

Altersgerechte Psychoedukation des Schema- bzw. Modusmodells, die besondere therapeutische Beziehungsgestaltung, eine stärkere Fokussierung auf erlebnis- und emotionszentrierte Prozesse im Therapieverlauf, bedürfnisorientierte Biografiearbeit, die Integration des Schemacoachings für Bezugspersonen und eine Vielzahl von konkreten kinder-, jugendlichen- und bezugspersonenspezifischen schematherapeutischen Interventionsmöglichkeiten bilden den Kanon der derzeitigen Schematherapie im Kinder- und Jugendlichenbereich ab.

Im Einführungsworkshop werden zunächst Basisinformationen zum schematherapeuti-schen Störungsmodell der Entstehung und Aufrechterhaltung maladaptiver Schemata auf der Grundlage von entwicklungspsychologischem Wissen in  verschiedenen Altersphasen aufgezeigt. Die zentrale Bedeutung der adäquaten Erfüllung bzw. anhaltenden Frustration seelischer Grundbedürfnisse sowie einem grundlegenden Mangel an Konsistenz vor dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Anforderungen und Entwicklungsaufgaben bildet den Ausgangspunkt für die Erarbeitung und Übertragung der 18 von Jeffrey Young beschriebenen Schemata und deren Bewältigungsmöglichkeiten (Erdulden, Vermeiden, Kompensieren) auf den Kinder- und Jugendlichenbereich. Altersbezogene Schutz-, Risiko- und Temperamentsfaktoren finden dabei Berücksichtigung. Schemamodi im Kindes- und Jugendalter werden dargestellt. 

Techniken einer multimodalen Diagnostik mit Explorationen, Fragebogen, Imaginationen, Zeichnungen und Bildmaterial, Hand- und Fingerpuppen mit dem Ziel einer individuellen schematherapeutischen Fallkonzeption werden erörtert. 

Die besondere Beziehungsgestaltung zum Kind, Jugendlichen und zu seinen Bezugspersonen (limited reparenting), der achtsame Einsatz von empathischer Konfron-tation und die Merkmale der kindgerechten sowie elternspezifischen Psychoedukation bilden weitere Kernelemente der Einführungsveranstaltung.

Überblicksartig werden zudem schematherapeutische Interventionsmöglichkeiten durch direkte Veranschaulichung in beispielhaften Übungen sowie durch Bild- und Videomaterial erfahrbar gemacht (z.B. Arbeit mit Zeichnungen, Bildern, Modus-  und Memokarten, mit Geschichten, mit Biege-, Finger- und Handpuppen, Tieren, Schlümpfen, Masken, mit modusbezogenen Kinderbüchern, mit Stammgeschichten, Arbeit am „Inneren Haus“, mit Stuhlarbeit). Hierbei wird die Verknüpfung von altersangemessenen kognitiven, emotionsbe-zogenen, erlebnisaktivierenden und handlungsorientierten Interventionen angestrebt. Der Einsatz von Arbeitsblättern, Schemamemos und Hausaufgaben wird aufgezeigt.

Die besondere Form der schematherapeutischen Arbeit mit Bezugspersonen bzw. Eltern wird anhand verschiedener Elemente des Elterncoachings, der konkreten Arbeit mit den Eltern sowie der Anleitung von Eltern im Umgang mit dysfunktionalen Modi ihrer Kinder bzw. Jugendlichen im Überblick verdeutlicht.

Literatur:

Loose, C. & Graaf, P. (2014). Schematherapie mit Kindern. Video-Learning. Weinheim: Beltz.

Loose, C. Graaf, P. & Zarbock, G. (Hrsg.) (2013). Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen. Weinheim: Beltz.

Loose, C. Graaf, P. & Zarbock, G. (Hrsg.) (2015). Störungsspezifische Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen. Weinheim: Beltz.

 

 

Nummer
49/17
Status
Buchung möglich
Anmeldeschluss
04.10.18, 14:00
Veranstalter
Zielgruppe
Der Workshop richtet sich an TherapeutInnen, die mit den Grundlagen der Schematherapie vertraut sind und bereits in die schematherapeutische Arbeit mit Patienten eingestiegen sind. Die Fallarbeit ist unter dieser Vorgabe sowohl für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
Freie Plätze
22
Gebühren
€ 520,00 pro Person*
*Rabatt für Psychologen in Ausbildung (Nachweis erforderlich!) (-10.00 %)
Kontakt
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